ULRICH DAUM

Vier Gedichte von

Federico García Lorca


Übersetzt von Ulrich Daum
ausgewählt und illustriert von Michael Daum
 
 
 

Der Dichter bittet seine Geliebte, ihm zu schreiben
Abschied
Memento
Überraschung
 
 
 
 

Verlagslogo Galerie im Künstlerhaus
 
 

MCMXCVII
GALERIE IM KÜNSTLERHAUS
EMERSACKER










Lorca

Der Dichter bittet seine Geliebte, ihm zu schreiben

Innigstgeliebte, lebendiger Tod, allein
sitz´ ich hier und wart´ auf Dein Lebenszeichen.
Sollt´ ich der welkenden Blume gleichen?
Sollt´ ich doch besser ohne Dich sein?
-10-
Originalmonotypie von Michael Daum
-11-
Lorca
Die Luft ist unsterblich. Der träge Stein
kennt nicht den Schatten, will ihm nicht ausweichen.
Dem Herz innen braucht niemand den Honig zu reichen,
den der Mond ausgießt mit seinem Schein.
-12-
Originalmonotypie von Michael Daumoder zwinge mich, mich zu bescheidenin der klaren für immer dunklen Nacht meiner Seele.
-13-
Lorca
Aber mich, mich ließest Du leiden,
ließest zu, daß ich, Tiger und Taube, mich an Dich gepreßt quälte,
unfähig, Trauer und Schmerz zu vermeiden.
-14-
Originalmonotypie von Michael Daum
-15-
Lorca

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Füll´ meine irre Leere, schreibe, erzähle,
oder zwinge mich, mich zu bescheiden
in der klaren für immer dunklen Nacht meiner Seele.

-16-
Originalmonotypie von Michael Daum
-17-